Berliner Dialektik

cache/images/article_1747_111031_que_140.jpg So geht man mit Fans richtig um: Erst lässt man sie das eigene Stadion renovieren, und dann sollen sie auch noch die Hälfte davon kaufen. Der deutsche Zweitligist Union Berlin veräußert vom 1. bis 31. Dezember 58 Prozent der Eigentumsanteile an der »Alten Försterei«.
Das Motto der Aktion: »Wir verkaufen unsere Seele. Aber nicht an jeden.« Neben der zerquetschten Red-Bull-Dose gibt es weitere Motive mit Silvio Berlusconi und Sepp Blatter. Red Bull prüft rechtliche Schritte, Blatter und Berlusconi haben derweil andere Sorgen. Die Papiere zeichnen können Mitglieder und Sponsoren, und zwar für je 500 Euro und maximal zehn Aktien pro Person.


Das Ganze dient nicht nur der Kapitalerhöhung für den weiteren Ausbau, sondern ist auch Bestandsschutz für den traditionsreichen Namen »Alte Försterei« und das stehplatzreiche Stadion insgesamt. Ein Namensverkauf etwa ist gegen die Mehrheit der neuen Seeleneigner nicht möglich. Beifall findet die Aktion bei den Union-Bloggern von textilvergehen.de: »Klar wollen wir eine Aktie«, sagen Sebastian und Steffi. »Man kauft so schließlich ein Mitbestimmungsrecht. Quasi Kommunismus mit den Mitteln des Kapitalismus, das ist die Dialektik von Union Berlin.«

Referenzen:

Heft: 68
Rubrik: Vorspiel
ballesterer # 82

Der nächste Ballesterer

Der nächste ballesterer fm erscheint am 12. Juli 2013.

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