So zeichnet sich das Buch von Jacek Wicon und Peder Heins durch spezifische Betrachtungen der jeweiligen Fanszenen aus. Neben Freund- und Feindschaften behandeln die Autoren auch Themen wie Nationalismus, Rassismus und Hooliganismus, auch wenn dabei manches zu schwarz-weiß gemalt scheint. Als bekennende McDonalds-Besucher (»Man ist auf der sicheren Seite«) drücken die Autoren vermutlich das Lebensgefühl vieler reisender Fans aus. Umso erfreulicher, dass dennoch in jeder Stadt Bars und Restaurants empfohlen werden, ebenso wie Ausflugsziele und insbesondere die Nicht-EM-Stadien.
Ob es in Kiew nach 21 Uhr wegen der Besoffenen auf den Straßen wirklich gefährlich wird und ob man in Gdansk um Plattenbausiedlungen einen großen Bogen machen sollte: Das sind Überlegungen, die man auch in Wien und Gelsenkirchen anstellen oder sich sparen könnte. Nützlicher sind da die Übersetzungen ins Polnische/Ukrainische für verschiedene Lebenssituationen: Ob »Ich bin unschuldig« den jeweiligen Polizeibeamten überzeugt, ist offen, es sollte aber gesagt werden. Sicher jedoch wird man mit »Kannst du das bestellen? Ich zahle, aber mein Polnisch/Ukrainisch ist zu schlecht« überall nette Bekanntschaften knüpfen können.
Jacek Wicon, Peder Heins
»Der Reiseführer EURO Polen Ukraine. Alles, was man wissen muss«
(Trolsen, 2011)






Im Gegensatz zu ausgewogenen und somit auch recht unspektakulären Reiseführern trauen sich die Autoren dieses EM-Guides, Klartext zu sprechen. Als Anhänger von Arka Gdynia und Odense BK führte sie ihre Fußballleidenschaft zudem wirklich in die Stadien der EM-Austragungsländer.
erscheint am 12. Juli 2013.
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