Die aktiven Fanklubs der Nordkurve wollten das Wiederaufleben des Innsbrucker Fußballs nutzen, um verloren gegangene Werte und die Nähe des Vereins zu seinen Anhängern wiederherzustellen. Mitsprache in Vereinsangelegenheiten, das 1913 entworfene Wacker Innsbruck-Wappen als offizielles Logo und Mitbestimmung bei der Namensgebung dienten der Klubführung als Lockstoffe für die aktiven Fans.
»Es sind Versprechungen gemacht worden, die dann nicht eingehalten wurden. Zum Beispiel ist uns erklärt worden, dass eine faire Abstimmung über Namen und Wappen stattfinden wird, also grundlegende Faktoren der Vereinsidentität zusammen beschlossen werden«, so das V.K.ollektiv der Verrückten Köpfe Innsbruck. Im Vertrauen darauf, dass »ein anderer Fußball möglich ist«, wurden die Fans Opfer der Tiroler Vereinspolitik. Denn statt Wacker Innsbruck heißt der Klub nach wie vor FC Wacker Tirol.
Die Führung skizzierte Schreckensszenarien für den Fall, dass die Fans auf den Versprechungen beharren. »Es wurde uns erzählt, dass der Verein aufgelöst wird, weil er nicht mehr zu finanzieren wäre und dies den Untergang des FC Wacker bedeuten würde«, so die Verrückten Köpfe.
Stimmungsboykott
Verhärtete Fronten im Innsbrucker Stellungskrieg ließen das Tivoli Neu in der Herbstsaison in Stille ruhen. »Der Fanklub Verrückte Köpfe wird bis auf weiteres keine Choreographien und keine organisierte Stimmung im Stadion machen. Es wird momentan auch auf Gespräche mit dem Vorstand des FC Wacker Tirol verzichtet«, lautete die offizielle Stellungnahme der V.K.
Stimmungsboykott, Tribünenboykott, Transparente gegen Wacker Tirol gehörten zum Stadionalltag am Innsbrucker Tivoli- Neu. »Die Leute im Stadion haben sicher gemerkt, dass die Stimmung Hundert zu Eins schlechter geworden ist, aber nach außen ist die Aktion zu wenig transportiert worden«, so das Resümee nach der ersten Widerstandswelle. Da die Verrückten Köpfe den Stimmungsentzug längerfristig nicht als zielführend erachten, wird sich im neuen Jahr einiges ändern. »Wir haben die Grenze erreicht, darum haben wir uns geeinigt, dass im Frühjahr der passive Stimmungsentzug in einen aktiven Support umgewandelt wird. Wir werden unseren Weg, unsere Fußballphilosophie weiter verfolgen und diese medienwirksamer durch Choreographien und Spruchbänder aufzeigen« versichert das V.K.ollektiv.
Kommunikationsprobleme
Die von den V.K., als größtem Innsbrucker Fanklub, angeführte Protestaktion stieß nicht bei allen Wacker Supportern auf Zustimmung. Der stetig wachsende Fanklub wurde durch den Stimmungsboykott auch an die Grenzen des Möglichen getrieben. »Wir haben uns vom Freundeskreis in eine immer größere Gruppe verwandelt «. Von internen Streitigkeiten will das V.K.ollektiv allerdings nicht sprechen. »Wir haben niemanden gesagt, es darf nicht gesungen werden, oder es darf keine Fahnen geben, wir haben nur den organisierten Support ausgesetzt. Es hat sicher durch die Aktion gewisse Kommunikationsprobleme gegeben, für die aber nicht ausschließlich der Streik verantwortlich war.«
Im neuen Jahr wollen die V.K. wieder für Furore sorgen, ganz nach dem Motto: »Wir sind die einzige Tradition, die dem Innsbrucker Fußball noch geblieben ist«






erscheint am 12. Juli 2013.
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