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15. April 2017
Stadio Artemio Franchi
Zuschauer: 26.000
Resultat: 1:2
In ganz Italien gibt es Pläne zum Neubau der Stadien. Juventus und Udinese spielen schon in neuen Bauten, in Mailand vertagen die Großklubs ihre großspurigen Ankündigungen von Saison zu Saison. In den letzten Monaten präsentierten Cagliari und Roma ihre Vorhaben und zuletzt auch die Fiorentina. Im Nordwesten der Stadt soll ein 40.000 Zuschauer fassender Komplex entstehen, der auch noch Platz für ein Einkaufszentrum und ein Hotel bieten soll. Die Grundsteinlegung ist für 2019 vorgesehen, zwei Jahre später soll das 420 Millionen teure Stadion fertig sein. Das Projekt wird als Teil der Stadtentwicklung gesehen. Der ehemalige Industriebezirk Novoli soll großräumig erschlossen, der öffentliche Verkehr ausgebaut werden.
Bis es so weit ist, muss die Fiorentina im Stadio Artemio Franchi spielen. Das Stadion mag in die Jahre gekommen sein, dennoch versprüht es ungemein viel Charme. Es wurde in den 1930er Jahren vom Architekten Pier Luigi Nervi geplant, der auch das Pirelli-Hochhaus in Mailand entwarf. Für die damalige Zeit war es mit seinem selbsttragenden Dach über der Haupttribüne und den Wendeltreppen in den Oberrang sehr innovativ. Typisch für die Architektur des Faschismus ist der 75 Meter hohe Marathonturm auf der Gegengerade, insgesamt gilt das Stadion als Lehrbeispiel für den razionalismo italiano.
Zurück in die Gegenwart. Die Violetten kämpfen um die theoretische Chance auf einen Europacupplatz, die Gäste aus dem nahen Empoli brauchen indes jeden Punkt im Abstiegskampf. Die Fiorentina tut sich zu Beginn schwer und kann ihre Chancen auf den Führungstreffer nicht nutzen. Der gelingt hingegen den Empolesi, die mit einer 1:0-Führung in die Pause gehen. Danach suchen die Gastgeber ihr Heil in der Offensive, was prompt mit dem Ausgleichstreffer belohnt wird. Dass es bei der Fiorentina derzeit aber so gar nicht laufen will, sieht man kurz vor dem Ende. Empoli geht nach einem Elfmeter neuerlich in Führung und lässt sich den unverhofften Sieg nicht mehr nehmen. Der Europacup wird nächstes Jahr wohl ohne die Fiorentina, der Klub wiederum ohne den derzeitigen Trainer Paulo Sousa auskommen müssen.
Erfreulicher ist es da schon, dem Fiorentina-Nachwuchs zuzuschauen. Die Kinder machen sich während des Spiels die baulichen Gegebenheiten des Stadions zunutze und kicken auf den Betonplatten der beiden Kurven. Niemanden scheint es zu stören. Es bleibt zu bezweifeln, dass das in der neuen Arena auch noch möglich sein wird, schade.
(Thomas Lanz)