SS Lazio – SSC Napoli

3. Februar 2016
Stadio Olimpico
Zuschauer: 20.189
Resultat: 0:2

Früher war in italienischen Stadien so gut wie alles erlaubt und wenig verboten. Heute werden wir auf dem Weg ins Stadio Olimpico zweimal durchsucht und kontrolliert. Drinnen finden sich im Gästesektor nur dreihundert Napoli-Anhänger. Sie kommen aus Ostia oder Bologna, denn die in der Region Kampanien ansässigen Fans dürfen heute nicht anreisen. Napoli in Rom gilt prinzipiell als Risikospiel.

 

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Auch die Heimfans haben so ihre Probleme. Genauso wie die Curva Sud der Roma wird auch die Curva Nord von Lazio in der Mitte durch Plexiglas geteilt. Die Anordnung der baulichen Maßnahme kommt vom Präfekten und wurde sowohl von Romas James Pallotta als auch von Lazios Claudio Lotito unterstützt. Das brachte ihnen die Bezeichnung „fucking presidents“ ein. Die Fangruppen setzen auf einen Stimmungsboykott, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Dass eine der beiden Seiten nachgibt, ist eher auszuschließen.

So erleben die rund 20.000 Zuschauer ein ziemlich emotionsloses 2:0 für den damaligen Tabellenführer aus Neapel. Transparente, Doppelhalter, Fahnen, Trommeln, Megafone oder gar Rauchtöpfe? Fehlanzeige. Früher war halt doch vieles besser. Aufregung gibt es lediglich Mitte der zweiten Halbzeit. Wie gehabt schimpfen die Gästefans die Laziali, diese wiederum beschwören den Vesuv, doch endlich wieder einmal auszubrechen. Als der schwarze Napoli-Verteidiger Kalidou Koulibaly von der Nordkurve dann auch noch mit Affenlauten bedacht wird, unterbricht der Schiedsrichter das Match für ein paar Minuten. Das hat man in Italien auch noch nicht so oft gesehen. Früher war alles besser? Na ja, alles vielleicht doch nicht.

(Thomas Lanz)