FC Bayern München – Hannover 96

4. Oktober 2014
Allianz Arena
Zuschauer: 71.000
Resultat: 4:0

Wiesnzeit. 16 Tage Ausnahmezustand. Die Trachtenquote in München beträgt gefühlte 90 Prozent, die Garderobe wechselt jedoch zu sportlichem Rot-Blau, je näher man Richtung Fröttmaning kommt. Die Wiesn ist dennoch allgegenwärtig. Vor dem Spiel übernehmen sowohl Blasmusiker als auch Goaßlschnalzer den Rasen. Dass im Schlauchboot nicht die prickelndste Stimmung herrscht, gilt heute dennoch. Der Stehblock in der Südkurve ist zwar äußerst aktiv, der Funke mag aufs restliche Stadion aber einfach nicht überspringen. Während in der Heimkurve Transparente auf den Besuch von befreundeten Fangruppen aus Hamburg, Jena und Bordeaux hinweisen, hängt im Auswärtsblock genau eine einzige Fahne. Und die verkehrt herum. Da die Hannoveraner Fanszene die Spiele der ersten Mannschaft boykottiert, ist der 96er-Sektor nur zur Hälfte gefüllt und betont schweigsam.

© Jürgen Czak

Am Spielfeld gleicht das Kräfteverhältnis jenen in den Kurven: eine einseitige Angelegenheit. Nach 13 Minuten steht es bereits 2:0, im Laufe des Spiels sollen Robert Lewandowski und Arjen Robben noch je einmal treffen. David Alaba spielt links in der Dreierkette eine sehr solide Partie, Xabi Alonso gibt sich mit 137 Ballkontakten relativ zurückhaltend – und Robben geizt nicht mit dem Einsatz seiner positiven Eigenschaften.

Nach dem Schlusspfiff drängen sich die Fans in die knallvollen U-Bahn-Garnituren, um auf die noch knallvollere Wiesn zu fahren. Die Kicker des FC Bayern dürfen sich am nächsten Tag in authentischer Lederhosenoptik den flüssigen Münchner Spezialitäten hingeben.

(Jürgen Czak)