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11. Februar 2015
Estadio Palogrande
Zuschauer: ca. 12.000
Resultat: 1:1
Conchita Wurst hat laut ihrer Autobiografie in den kolumbianischen Bergen das Licht der Welt erblickt, vielleicht an einen Ort wie Manizales, der Provinzhauptstadt mit 430.000 Einwohnern auf 2.150 Meter Höhe. Außergewöhnliches bietet die Kabine der Heimmannschaft, in die ich zu Mittag einen Blick werfen darf. Über jedem Spind mit den Trikots für das Spiel am Abend hängt ein Motivationsspruch von lokalen oder internationalen Prominenten wie Muhammad Ali und Pep Guardiola. Sollte das nicht reichen, gibt es noch überirdische Hilfe: ein Marienaltar mit Jesus am Kreuz und aufgeschlagener Bibel.
So heilig es in der Kabine zugeht, so teuflisch ungustiös ist das große, schwarze Transparent, das die Fans von Once Caldas vor Anpfiff am Dach aufhängen: „Holocausto Norte“ heißt es hier, und es scheint keinen der Klubverantwortlichen zu stören. Auf dem Spielfeld sind die Karten schon vor Beginn verteilt. Das Hinspiel in diesem Qualifikationsspiel zur Copa Libertadores hat der zweifache Klubweltmeister aus Sao Paulo klar mit 4:0 gewonnen. Kein Wunder, streifen doch Corinthians’ Starspieler wie Paulo Guerrero und Vagner Love höhere Monatssaläre ein, als der gesamte Kader Onces ausbezahlt bekommt. Auch heute geht der brasilianische Goliath schon nach einer Viertelstunde nach einem schön herausgespielten Konter über drei Stationen durch Elias in Führung. Das Heimteam zeigt sich davon eher angespornt als entmutigt und vergibt noch in der ersten Halbzeit drei große Torchancen. In der 57. Minute wird das unermüdliche Daueranlaufen nach einer Einzelaktion durch Johan Arango von Erfolg gekrönt. Allein, es ist zu wenig, David gewinnt eben nur in Ausnahmefällen.
(Robert Florencio)