Dresdner SC – SG Weixdorf

4. November 2017
Heinz-Steyer-Stadion
Zuschauer: 204
Resultat: 2:3

Nicht weniger als neun unterschiedliche Sportarten bietet der Dresdner Sportclub 1898 an. Eine davon ist Fußball, der aber keineswegs die erste Geige spielt. Denn während die Volleyballerinnen des Vereins Meisterschaften gewinnen und Europacup spielen, ist die Fußballsparte derzeit in der Landesklasse Ost – der siebten Liga – zu finden. Erfolge liegen lange zurück: 1943 und 1944 gewann der Klub die Kriegsmeisterschaft des Deutschen Reichs, 1940 und 1941 den „Tschammerpokal“. 2001 und 2002 war der DSC als Regionalligist noch einmal kurz die Nummer eins der Stadt, als Dynamo nur viertklassig spielte.

Eine Insolvenz später ist davon nichts mehr zu spüren, es verlaufen sich nur wenige Zuschauer ins Heinz-Steyer-Stadion. In der Spielstätte ist noch viel von der alten Betonwanne erhalten, in die eine neue, kleine Tribüne hineingesetzt worden ist. Abseits des wenig heimeligen Vereinslokals ist viel DDR-Chic zu finden. Angesichts der verrottenden Stehplatztribünen wundert es nicht, dass Teile des Stadions als einsturzgefährdet gelten. Das Spielselbst ist zerfahren und schwach, beide Mannschaften stehen im Ligakeller und brauchen dringend Punkte.

Der Anhang des Dresdner SC erinnert an jenen auf der Friedhofstribüne des Wiener SC. Auch die Melodien sind großteils dieselben, und bei Ecken wird auch in Dresden mit den Schlüsseln geklimpert. Die freundliche Stimmung wird beim 2:3 knapp vor Schluss von einem Fan durchbrochen, der einen Spieler der Gäste keinen guten Mann sein lässt. Er muss sich aber von seinem Haufen rüde zurechtweisen lassen und seinen sichtbaren Grant hinunterschlucken.

(Siegfrid Opelka)