28. Mai, 19 Uhr, Hauptbücherei Wien
Wem gehört das Spiel? Die WM 2026 zwischen Instrumentalisierung und dem Versprechen eines globales Fußballfests.
Nach den umstrittenen WM-Endrunden in Russland 2018 und Katar 2022 blickten viele Fans erleichtert auf die kommende WM 2026 in Nordamerika. Doch mit dem zunehmenden Autoritarismus von Donald Trump, der Angriffe auf Migrant*innen und dem schamlosen Verhalten der FIFA ist die Vorfreude geschwunden.
Fans, Sportjournalist*innen, queere Communities, migrantische Arbeiter*innen und indigene Gemeinschaften laufen Gefahr, dass ihre Rechte missachtete werden – angefangen von der Einreise und der Überprüfung von Social-Media-Profilen über die Einschränkung der Meinungsfreiheit bis zur Ausbeutung von Servicemitarbeit*innen.
Doch es gibt auch Bewegungen und Akteure, die für eine inklusivere, die Menschenrechte achtende Form des Fußballs einstehen, sowohl in den drei Austragungsländern wie hierzulande. Wie kann der Weltfußball aus seiner Geiselhaft befreit werden? Was erwartet österreichische Fans in den drei Host Cities? Wie ist die Situation in Mexiko und Kanada?
Diese und weitere Fragen diskutieren wir in einem Podiumsgespräch mit:
Andrea Florence, Executive Director der Sport and Rights Alliance, Menschenrechtsanwältin in São Paulo, Brasilien
Ingo Mach, Leiter Fußball und soziale Verantwortung, ÖFB
Hanna Stepanik, Projektleiterin „Game on! Sport und Menschenrechte“, fairplay Initiative
Ex-Profi, to be confirmed
Moderation: Karoline Krause-Sandner, Sport-Ressortleiterin Kurier
Diese Ausgabe des Club 2 × 11 findet in Kooperation mit der Initiative „Game On ! Sport für Menschenrechte“ statt, gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.
Frühere Veranstaltungen
Club 2 × 11 spezial: Buchpräsentation: „Der geteilte Rasen. Fußball in den Wendejahren 1989–1992“
Die Geschichte der deutschen Wendejahre handelt von Umbruch und Einheit, von Aufbruch und Zerfall – auch im Fußball. In seinem frisch im Werkstatt-Verlag erschienenen Buch erzählt ballesterer-Redakteur Jan Mohnhaupt von einer Zeit, in der West-Deutschland 1990 Weltmeister wurde und sich unschlagbar wähnte, während im Osten Deutschlands Glücksritter und Hasardeure die große Chance witterten. Auf die Euphorie der Wende folgten Ernüchterung und der schnelle Ausverkauf, auf die Ekstase folgte Agonie, die großen Klubs der DDR fielen schnell und tief. Die Spuren dieser Jahre sind bis heute erkennbar – und auch der österreichische Fußball spielt in diesem Drama eine gar nicht so unbedeutende Rolle. In diesem Club 2×11 spezial folgt auf eine kurze Lesung aus dem Buch ein Podiumsgespräch von Jan Mohnhaupt mit dem Historiker Marko Demantowsky von der Universität Wien – und die Diskussion mit dem Publikum.
Moderation
- Nicole Selmer, ballesterer
Wann: 11. März 2026, 19.00 Uhr
Wo: Bücherei Neues Landgut, Laxenburger Straße 4/1A, 1100 Wien
11. November 2025
Ernst-Happel-Stadion – ein Stadion mit Zukunft?
Das Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater ist seit einigen Jahren das meistdiskutierte Bauwerk Österreichs. Wo auch immer es als Thema platziert wird, gehen die Wogen hoch. Manche wollen es bewahren, andere plädieren für den Abriss und ein modernes Nationalstadion. Zuletzt hat sich auch der ÖFB um Teamchef Ralf Rangnick regelmäßig in die Debatte eingebracht und für eine Multifunktionsarena geworben, die nicht nur dem Fußball Platz bietet und den Anforderungen der Zeit entspricht. Beim Club 2 × 11 soll die Diskussion um Gegenwart und Zukunft des Stadions von verschiedenen Seiten geführt werden. Ein Podiumsgespräch mit Vertreter*innen aus Sport, Politik und Architektur.
Podium
Bernhard Hachleitner, Historiker
Irene Humenberger, Bundesdenkmalamt
Bernhard Neuhold, ÖFB
Bernhard Sommer, Kammer der Ziviltechniker:innen
Moderation
Zur Vorbereitung empfehlen wir euch unseren Schwerpunkt aus ballesterer #180 zum Stadion im Prater.
11. September 2025
Von der Leinwand aufs Spielfeld – Wien entdeckt den Fußballfilm
In Wien gibt es ein reichhaltiges Angebot an verschiedenartigsten Filmfestivals, der Fußball spielte bislang keine Rolle. Letztes Jahr feierten gleich zwei Fußballfilmveranstaltungen ihr Debüt: Screenshot – das Open-Air-Festival am Gelände des Fußball- und Kulturvereins 1210 Wien und der Football Cine Cup in den Breitenseer Lichtspielen, dem ältesten Kino Wiens. Gemeinsam mit Andreas Kous, Intendant von Screenshot, und Dieter Mattersdorfer, Leiter der Breitenseer Lichtspiele, wollen wir diskutieren, wie es dazu gekommen ist, dass es gleich zwei Fußballfilmreihen gibt und wie es weitergehen soll.
Der Autor des Fußballfilmlexikons, Jan Tilman Schwab, gibt einen Überblick über die Entwicklung der beiden Massenphänomene Film und Fußball und Dominik Thaller, Regisseur des Eröffnungsfilms von Screenshot, „Immer wieder geht die Sonne auf“, berichtet über seine Herangehensweisen und Erfahrungen im Bereich des Fußball-Dokumentarfilms. Moderieren wird die Veranstaltung Mareike Boysen, Wir Frauen im Sport.
Eine Übersicht des Filmprogramms von Screenshot vom 12. bis 14. September findet ihr hier.
24. Juni 2025, 19.00 Uhr
Offene Flanke – Rechtsextremismus im Fußball
Warum sind Stadien in ganz Europa immer wieder Schauplätze rechtsextremer Aktivitäten? Was erhoffen sich organisierte Rechtextreme von ihren Versuchen, in den Kurven zu rekrutieren? Welche Strukturen können diese Versuche begünstigen, welche stehen ihnen im Weg? Welche Rolle spielen Ultras in diesem Kontext? Und wie können Fans Rassismus und andere Formen der Diskriminierung bekämpfen? Der niederländische Politikwissenschafter Cas Mudde ist im Club 2×11 zu Gast, um diese und weitere Fragen zur Verbindung von Fußball und Politik zu diskutieren. Stefan Belabed von fairplay prevention und Bianca Kämpf vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes sprechen über die Situation in den österreichischen Stadien und die Bedeutung von Präventionsarbeit.
Podium
Stefan Belabed, fairplay prevention
Bianca Kämpf, DÖW
Cas Mudde, University of Georgia
Moderation
Jakob Rosenberg, DÖW
Den Nachbericht von Fairplay zum Mai-Club lest ihr auf der Website, einen Beitrag von W24 zur Veranstaltung seht ihr hier.
8. & 9. Mai 2025
Imperiales Spiel: Lässt sich der Fußball dekolonisieren?
Der Fußball ist ein Produkt des viktorianischen Englands, er wurde von europäischen Kolonialherren in die ganze Welt exportiert. Wie präsent sind diese kolonialen und rassistischen Ursprünge im heutigen Fußball? Welche Männlichkeitsbilder sind damit verbunden? Wie haben sich die Länder außerhalb Europas das Spiel angeeignet? Diese und weitere Fragen diskutieren wir in diesem Club 2 × 11.
Podium:
Ronny Blaschke, Autor „Spielfeld der Herrenmenschen – Kolonialismus und Rassismus im Fußball“
Bella Bello Bitugu, University of Ghana & erster Schwarzer Schiedsrichter in Tirol
Henrie Dennis, Gründerin von Afro Rainbow Austria, Ex-Fußballerin und -Footballerin
Moderation: Mareike Boysen, Wir Frauen im Sport
Buchpräsentation: „Spielfeld der Herrenmenschen“
Offener Rassismus ist im Fußball seltener geworden, über weniger sichtbare Ausgrenzung wird aber kaum gesprochen. Dazu gehört die Idee, dass Schwarze andere Veranlagungen haben als weiße Menschen, sie gelten als kraftvolle Athlet*innen, erhalten als Trainer*innen und Vorstände aber kaum Chancen. Wie lassen sich solche Denkmuster bekämpfen? Autor Ronny Blaschke präsentiert sein Buch zu Rassismus und Kolonialismus und diskutiert mit dem Publikum.
Moderation: Mareike Boysen, Wir Frauen im Sport
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18. März 2025
Club 2 × 11 spezial – Buchpräsentation: Graphic Novel „Köglberger. Vom Besatzungskind zur Fußballikone“,
Das Leben des Fußballers Helmut Köglberger ist mehr als ein Stück Sportgeschichte, in ihm spiegelt sich die Gesellschaft im Schatten des Nationalsozialismus wider. Philip Bauer Eugenio Belgrado und Anatol Vitouch erzählen seine Biografie in ihrer Graphic Novel „Köglberger. Vom Besatzungskind zur Fußballikone“. Sie erscheint im März bei bahoe books.
Helmut Köglberger wurde 1946 in Oberösterreich als Sohn eines schwarzen US-Soldaten und einer Österreicherin geboren. Er war Meister mit dem LASK und der Wiener Austria und Kapitän des Nationalteams. Doch Köglberger und seine Mutter erlebten soziale Ausgrenzung und rassistische Anfeindungen. Er wuchs bei der Großmutter auf, den Vater suchte er – und fand ihn nie.
Am Podium:
Philip Bauer, Leiter des Standard-Sportressorts
Eugenio Belgrado, Maler und Radierer
Karl Daxbacher, Mitspieler bei der Wiener Austria
Stefan Köglberger, Helmut Köglbergers Sohn, Leiter des Literaturhauses Oberösterreich
Einen Nachbericht zu diesem Club 2 × 11 spezial gibt es auf der Website von fairplay.
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28. Mai 2024
Club 2 × 11 spezial – Buchvorstellung „Verbote, Widerstände, große Erfolge. 100 Jahre Frauenfußball in Österreich“
Der Weg zu den EM-Erfolgen des österreichischen Frauenfußballnationalteams 2017 und 2022 war ein langer und steiniger. Nur wenige wissen, dass Frauen bereits 1923 in Österreich Fußball gespielt haben. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden sogar, heftiger Widerstände zum Trotz, zwei Meisterschaften durchgeführt. Nach fast vier Jahrzehnten der fußballerischen Pause fing die Entwicklung in den 1970er Jahren quasi wieder bei null an. Erneut mussten Frauen gegen Spott, Häme und Widerstände ankicken. Der Semifinaleinzug bei der EM 2017 sorgte für großes Aufsehen, der Kampf um Anerkennung ist aber noch lange nicht zu Ende.
Podiumsgespräche mit
Birgit Riezinger, Sportjournalistin und Autorin von „Verbote, Widerstände, große Erfolge. 100 Jahre Frauenfußball in Österreich“
Christa Tauschek, Lehrerin, Fußballtrainerin, Fußballerin in den 1970er Jahren (u.a. Meisterin 1973 mit dem FavAC, FS Elektra)
Nadine Prohaska, Fußballerin (u.a. FC Bayern München, SKN St. Pölten, SC Sand, Nationalteam)
Moderation: Elisabeth Auer, ehemalige Sportjournalistin und Moderatorin ORF & ATV, staatlich geprüfte Fußballschiedsrichterin