Co-Kommentator Roman Mählichs Einschätzung der Qualitäten von Bosniens Kapitän Edin Dzeko klingt ambivalent: „Dem schaut man gerne zu – schade, dass er halt beim Gegner spielt.“ Als Tormann Alexander Schlager einen ungenauen Rückpass gerade noch wegschlagen kann, klingt Dietmar Wolff verärgert: „Wir brauchen gar kein Gegentor, auf diese Weise aber schon überhaupt nicht.“ In der 49. Minute gelingt Marcel Sabitzer das 1:0, unmittelbar darauf folgt der Ausgleich – jetzt ist Wolff aber wirklich sauer: „Nicht einmal eine Minute kann man sich über das Führungstor freuen!“ Die Reaktion des Heimpublikums auf die Einwechslung von Marko Arnautovic scheint ihn zu versöhnen: „Das ist ein Pfeifkonzert der Wertschätzung.“ Etwas später stellt sich nach einer Aktion an der Seitenlinie die Frage: „Einwurf Österreich oder Foulspiel?“ Antwort: „Es ist eine Mischform: Einwurf Bosnien.“ Nachdem Österreich wieder in Führung liegt, sieht Patrick Wimmer in der 94. Minute Gelb-Rot. Wolffs Achterbahnfahrt der Gefühle geht weiter: „Es ist zwar gleich vorbei, aber das macht halt auch nicht Spaß.“
(Bosnien und Herzegowina – Österreich am 9. September 2025)
Der heutige Gastgeber steht an der Tabellenspitze, Daniel Warmuth stellt fest: „Rapid strotzt vor spielerischem Selbstvertrauen.“ Was auch immer das genau sein soll, jedenfalls vergibt Bendeguz Bolla eine Torchance für Rapid und kurz darauf Sanel Saljic für die Austria, anders formuliert: „Auch die Austria ist für ein Tor bereit.“ Wer für ein Tor bereit ist, ist hoffentlich auch bereit für einen Sieg, denn als beim Stand von 1:3 und einer vorher angezeigten Nachspielzeit von fünf Minuten die Uhr bei 94:40 steht, ist es eigentlich im Prinzip wahrscheinlich relativ sicher: „Die Austria wird diese Partie wohl gewinnen.“ Eben.
(SK Rapid – FK Austria am 28. September 2025)
Der Ball landet im Netz, der VAR entscheidet aber auf Abseits. Ein Standbild soll uns zeigen, dass der vermeintliche Torschütze Michael Gregoritsch beim Abspiel um etwa eine Fußspitze zu weit vorne war. Für Boris Kastner-Jirka steht fest: „Ja, da sieht man’s.“ Co-Kommentator Michael Liendl fragt nach: „Sieht man’s?“ Kastner-Jirka überlegt: „Gute Frage … Naja, wenn man will, sieht man’s.“ Der VAR steht heute noch mehrfach im Mittelpunk. Als Stefan Posch den Ball unter die Latte knallt, sieht man’s erneut: „Wieder Abseits. Aber schön war’s trotzdem.“ Dann lässt sich der Kommentator von einem ähnlich aussagekräftigen Standbild wie vorhin davon überzeugen, dass der Treffer doch zählt: „Okay, das san-marinesische Knie war noch weiter hinten.“ Es geht heute aber nicht nur um ein gutes Torverhältnis, sondern auch um die Frage, ob der aktuelle Rekordtorschütze Toni Polster von Marko Arnautovic überholt werden kann. Als Schiedsrichter Yigal Frid Elfmeter gibt, schnappt sich dieser den Ball: „Er hat jetzt bei 7:0 eine Art Ausgleichschance.“ Nachdem sich wieder der VAR einschaltet, wird der Elfmeterpfiff zurückgenommen, der Ausgleich zum 7:7 – äh, zum 44:44 – fällt eine halbe Stunde später.
(Österreich – San Marino am 10. Oktober 2025)
Edit: Im gedruckten ballesterer #202 haben dieses Lachen ohne Einleitungstext publiziert. Wir entschuldigen uns dafür, vor allem beim Kollegen Wolfgang Federmair.