Die Admira liegt Mitte September in der 81. Minute gegen den SK Sturm 0:2 zurück, sie geht mehr Risiko. Innenverteidiger Markus Wostry rückt bis zur Mittellinie auf, um einen Angriff einzuleiten. Sein Pass landet allerdings bei Sturms Außenverteidiger Fabian Koch, der gleich einen hohen, weiten Ball zu Deni Alar schlägt. Der Stürmer hat die Situation früh erkannt hat und läuft alleine in die Tiefe auf Tormann Manuel Kuttin zu, den er umkurvt, bevor er zum 3:0-Endstand einschießt. Alars derzeitige Form mag nach den letzten eher erfolglosen Jahren bei Rapid überraschend erscheinen, hat jedoch vor allem einen Grund: Er passt als Spielertyp deutlich besser ins Gefüge von Sturm.
Umschaltmomente
Unter Franco Foda agiert Sturm eher abwartend, bei Ballbesitz sucht die Mannschaft jedoch schnell den Weg zum Tor. Alars Schnelligkeit kommt in solchen Umschaltmomenten bestens zur Geltung. Diese Spielweise funktioniert besonders dann, wenn Gegner, wie die Admira, höher stehen und dadurch Räume hinter der Abwehr entstehen.
Das schnelle Umschalten nutzten die Grazer auch schon zu Beginn der Partie. Die Admira versucht mitunter, das Spiel mit kurzen Pässen aufzubauen, aufgrund des Mangels an individueller Klasse riskiert sie bei höherem Pressing des Gegners aber gefährliche Ballverluste. Genau das erzwang Sturm in der Anfangsphase. So kam Sascha Horvath in der 33. Minute vor dem gegnerischen Strafraum in Ballbesitz, passte zu Alar, der das 1:0 schoss.
Sturmtypen
Im Spiel gegen die Admira setzte Foda auf ein 4-2-3-1, zu Saisonbeginn allerdings auch auf ein 4-4-2, in dem Alar an der Seite von Bright Edomwonyi auflief. Edomwonyi ist groß, zweikampfstark und kann hohe Bälle mit Kopf und Fuß an den höher postierten Alar weiterleiten. Ein ähnliches Duo sah man auch bei Rapid unter Peter Schöttel. Der damalige Trainer ließ seine Mannschaft vorsichtiger agieren und setzte auf ein schnelles Umschaltspiel. Alar funktionierte sowohl als Solospitze als auch an der Seite des robusten Terrence Boyd. Nach der Entlassung von Schöttel hielt unter Zoran Barisic ein Ballbesitzfußball Einzug. Der hat auch unter Mike Büskens Bestand, sein 4-2-3-1 ist prädestiniert für robuste und präsente Mittelstürmer wie Joelinton. Der eher körperlose, leichtfüßige Alar passte nicht in dieses Profil.
Nicht alle Spieler sind derart abhängig von der Spielweise eines Teams. Alexander Gorgon gelang im Kurzpassspiel des damaligen Trainers Karl Daxbacher der Durchbruch bei der Austria, er spielte aber auch unter Thorsten Fink, der weite Bälle in die Tiefe forciert, eine wichtige Rolle. Auch Sturms Edomwonyi konnte als alleiniger Mittelstürmer bei Sturm mit seiner Schnelligkeit Akzente setzen, dank seiner technischen Beschlagenheit könnte er auch bei Mannschaften, die stärker auf Ballbesitz setzen, eine Rolle spielen.