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12. März 2016
Windsor Park
Zuschauer: 4.175
Resultat: 3:0
Das große Belfaster Derby fällt auf den 130. Geburtstag des nordirischen Rekordmeisters. Im März 1886 wurde der Linfield FC von Arbeitern einer Spinnerei gegründet. Doch die Feierlichkeiten rund um das Spiel halten sich in Grenzen. Einzig der kurze Auftritt des Urenkels eines Linfield-Spielers der ersten Jahre erinnert an das Jubiläum.
Das Heimstadion des Linfield FC liegt in einem dicht bebauten Wohnviertel von Belfast. Schon vor Spielbeginn sichern schwerbewaffnete Polizisten Kreuzungen in der Umgebung, gepanzerte Einsatzfahrzeuge patrouillieren durch die Straßen. Auf Plakaten an den Aufgängen zur Tribüne werden die Fans aufgefordert, „anti-social behaviour“ umgehend per SMS zu melden, möglichst samt Sitzplatznummer des Übeltäters. Sofort fühle ich mich viel sicherer.
Das Stadion ist zur Hälfte eine Baustelle. Die zwei verwendbaren Tribünen füllen sich bis zum Anpfiff mit etwas mehr als 4.000 Zuschauern. Für nordirische Verhältnisse, so heißt es, eine sehr gute Kulisse. Auf beiden Seiten haben sich jugendliche Ultra-Fanlager gebildet, die von den älteren Anhängern geduldet werden. Die Mischung aus tradionell britischem und ultraorientiertem Support ergibt eine feine Stimmung, die durch das 1:0 aus einem Elfmeter in der ersten Halbzeit angeheizt wird.
In der zweiten Halbzeit kommt Glentoran etwas besser ins Spiel, doch kurz nachdem der Linfield-Anhang die Rivalen lautstark wissen lässt, sie seien bloß „Celtic in disguise“, fällt das 2:0. Daraufhin verlassen vor allem die jugendlichen Glentoran-Anhänger fluchtartig das Stadion. Als kurz vor dem Schlusspfiff das 3:0 für Linfield fällt, ist der Glentoran-Sektor schon weitgehend leer.
(Christian Podoschek)