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15. September 2013
Völlurin i Gundadali
Zuschauer: 500
Resultat: 3:2
Der Kunstrasen im Gundadalur Stadion von Torshavn ist noch keine zwei Minuten bespielt, da steht es schon 1:0 für Vikingur, die Gäste aus der Provinz. Die Gastgeber aus der färöischen Hauptstadt und die selbsternannten Wikinger trennt aber weit mehr als nur die Entfernung, nämlich 72 Jahre Vereinsgeschichte. Der Verein ist erst 2008 aus der Fusion von zwei fünf Kilometer auseinanderliegenden Klubs entstanden, ist also so etwas wie das Admira Wacker Mödling der Färöer, B36 hingegen trägt sein Gründungsjahr stolz im Vereinsnamen. Ihre größten internationalen Auftritte legten beide Vereine gegen türkische Klubs hin: Vikingur unterlag 2010 in der Europa-League-Qualifikation Besiktas in Summe mit 0:7, B36 wurde 2006 auf dem Weg in die Champions League von Fenerbahce mit 0:9 gestoppt. Seither ist das Klubhaus in Torshavn mit Fotos vom Spiel gegen Volkan Demirel und Co. geschmückt.
Davon können wir uns gleich in der Pause bei Löskaffee und Belgischen Waffeln aus der Mikrowelle überzeugen, es gilt schließlich strengstes Alkoholverbot. Zum Glück hat Lukasz Cieslewicz in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für B36 ausgeglichen, die Stimmung im Klubhaus und auf der Tribüne verbessert sich deutlich. Die Anfeuerungsrufe des in den Vereinsfarben schwarz-weiß gestreiften Klubmaskottchens, einer Tigerin, verstummen aber als Finnur Justinussen entgegen dem Spielverlauf die Gäste in der 71. Minute abermals in Führung schießt.
Die letzte Viertelstunde drängt B36 auf den Ausgleich, in der 87. Minute werden die Hauptstädter tatsächlich belohnt. Zwei Minuten später gelingt ihnen mit dem wohl kuriosesten Tor der Saison der Siegestreffer: Vikingurs ungarischer Tormann Geza Turi stolpert und hält den Ball wohl knapp hinter der Linie. Es herrscht Aufruhr am Platz, war das ein Wembley-Tor? Es dauert einige Minuten, bis sich der Schiedsrichter mit seinen Assistenten auf eine Entscheidung festlegt, und dann ist das Spiel auch schon aus. Tigerin und Fans sind begeistert, sie stürmen kollektiv den Kunstrasen.
(Valentin Wegerth)