Die Admira war das Überraschungsteam der Saison 2015/16. Von weit hinten heraus eröffnete sie auch gegen spielstarke Gegner ihre Angriffe. Kurze Pässe, spielerische Akzente und ein hohes Pressing brachten die Mannschaft von Oliver Lederer auf den vierten Tabellenplatz und in den Europacup. Doch in der vergangenen Saison wurde alles schwieriger. Zu Meisterschaftsbeginn hatte Lederer an seiner Strategie festgehalten, die für diese Spielanlage notwendige individuelle Klasse und Routine ließ das junge Team allerdings manchmal vermissen. Etwa bei der Heimniederlage am 17. September gegen den SK Sturm, als der Gegner einen leichtfertigen Ballverlust im Spielaufbau vor dem Strafraum nutzte und in Führung ging. Beim schlussendlichen 3:0 wurde die hochstehende Admira-Abwehr mit einem einfachen Heber ausgespielt. Im Winter musste Lederer daher für Damir Buric Platz machen, der als Cheftrainer bei Hajduk Split und Co-Trainer in der deutschen Bundesliga Erfahrung gesammelt hatte.
Drehscheibe Ballbesitz
Buric nahm sich sofort der defensiven Instabilität an und drehte dabei nicht nur an kleinen Schrauben, sondern veränderte gleich die Spielanlage. Formal hielt er in Ballbesitz zwar am 4-2-3-1-System seines Vorgängers fest, kehrte jedoch von der aktiven Spielweise ab: Die Verteidigung agierte nun in der Regel deutlich tiefer und überließ den Gegnern meist mehr Ballbesitz.
So auch beim 3.2-Sieg gegen Rapid am 30. April, als die Admira sich ohne Ball im 4-5-1 oder 4-4-1-1 formierte, erst nach der Mittelauflage den Gegner presste und situativ einschnürte, um bei Ballgewinn mit Kontern gefährlich zu werden. Erfolgreich war diese Taktik etwa auch gegen die Austria, die selten die Räume vorfand, die sie für ihre schnellen Vorstöße benötigt, und im Frühjahr in Liga und Cup gegen die Admira verlor.
Personelle Kontinuität
Nachvollziehbar erscheint Burics Umstellung wegen der schnellen Offensivspieler wie Flügelstürmer Maximilian Sax und des abschlussstarken Mittelstürmers Christoph Monschein. Zudem glänzte Taktgeber und Kapitän Daniel Toth mit weiten Pässen in die Spitze. Der etwas offensiver postierte Spielgestalter Christoph Knasmüllner lieferte die meisten Torvorlagen des Klubs und offenbarte seine Stärken mit dem Ball besonders auf engem Raum.
Personell setzte Buric auf die gleichen Spieler wie sein Vorgänger. In der Innenverteidigung hatte etwa der zweikampfstarke Markus Wostry einen Stammplatz. Der passsichere Defensivallrounder Thomas Ebner, unter Lederer im Mittelfeld positioniert, schaltete sich als linker Außenverteidiger mehr ins Offensivspiel ein als Rechtsaußen Stephan Zwierschitz, der die meisten Flanken seiner Mannschaft schlug. Nicht zuletzt aufgrund der personellen Kontinuität konnte sich die Admira am Saisonende wieder einen Platz im Tabellenmittelfeld sichern, der auch in der kommenden Saison realistisch erscheint.