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13. August 2017
Sportpark Nord
Zuschauer: 9.650
Resultat: 2:6
Der Bonner Sportpark Nord ist etwas für Nostalgiker, ein tiefer gelegtes Betonoval aus den späten 1960er Jahren. Ein Hintertorumlauf verbindet eine überdachte Tribüne mit der Gegengerade, wo man auf einfachen Stufen steht. Auf der Südseite findet sich ein spartanischer VIP-Klub, der auch als Vereinsheim dient. Vor dem Spiel in der ersten Runde des DFB-Pokals zwischen dem Bonner SC und Hannover 96 dominieren aber nicht romantische Unterhausbilder die Berichterstattung, sondern Horrorszenarien. Die Boulevardpresse überschlägt sich in Fantasien von Hooligans, die die Stadt dem Erdboden gleichmachen würden.
Doch die Gästefans haben etwas anderes vor. Zwei Tage vor dem Spiel rufen sie einen Stimmungsboykott aus. Grund sind die Querelen um Vereinspräsident Martin Kind, der die Anteilsmehrheit am Klub übernehmen will, Mitgliederanträge unbegründet ablehnt und im Clinch mit den Ultras liegt. So wird zu Spielbeginn nur ein Transparent mit der Aufschrift „Kind muss weg“ aufgehängt, ansonsten verzichten die Fans auf Zaunfahnen und Support. Die sommerlichen Temperaturen und die steile Böschung auf der Nordseite begünstigen dieses Vorhaben, die Fans nutzen die Zeit zum Sonnenbaden. Auf der anderen Seite präsentiert sich die Bonner Kurve unkoordiniert, die Anhänger beschränken sich auf Zurufe und einfachste Gesänge. Anfang des Jahres hat sich hier mit der „Bande Bonn“ die letzte ultraorientierte Gruppe aufgelöst.
Lange können die Bonner den Hannoveranern auf dem Platz Paroli bieten, schlussendlich geht der Regionalligist aber 2:6 unter. Doppeltorschütze Martin Harnik zeigt sich nach dem Spiel generös: Er spricht sich dafür aus, den mit der Ferse erzielten Treffer der Bonner zum Tor des Monats zu küren.
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