Am 3. Februar kehrt die Bundesliga aus der Winterpause zurück, auf viel Spannung dürfen die Fans eher nicht hoffen. Zumindest nicht, wenn sie die Zahlen aus der neuesten „Football Money League“-Studie von Deloitte gelesen haben. Darin sind die Umsätze der Bundesligisten aufgelistet. Red Bull Salzburg führt die Liste mit rund 107 Millionen Euro deutlich vor Rapid (44 Mio.), der Austria (32 Mio.) und Sturm (17 Mio.) an, alle anderen Bundesligisten bleiben unter der Zehn-Millionen-Hürde. Jetzt könnte man einwerfen, dass Geld doch keine Tore schießt – nur stimmt das leider nicht. Sieht man sich die durchschnittlichen Platzierungen der vier größten Vereine im Fünfjahresvergleich an, spiegelt sich die Umsatzliste darin recht präzise wider.
Die Finanzkennzahlen geben aber nicht nur das sportliche Potenzial wieder, sie zeigen auch noch ganz andere Dimensionen auf. So ist der Umsatz von Red Bull fast 17-mal so hoch wie jener des zehntplatzierten LASK, der Umsatz von Rapid annähernd gleich hoch wie jener von Mattersburg, der Admira, Altach, dem WAC, St. Pölten und dem LASK zusammen. Die Bundesliga besteht also aus massiv ungleich schweren Unternehmen, eine Annäherung ist nicht absehbar – zumal die Ligareform die großen noch stärker von den kleinen trennen wird.
Wie stark die Schere zwischen Reich und Superreich im Fußball wirklich auseinandergeht, zeigt aber erst der internationale Vergleich. Unter den 20 umsatzstärksten Klubs finden sich zehn Vertreter der Premier League, jeweils drei aus der deutschen, italienischen und spanischen Liga sowie ein französischer Verein. Red Bull Salzburg müsste seinen Umsatz beinahe verdoppeln, um in die Top 20 zu kommen. Von den über 500 Millionen ganz zu schweigen, die für einen Top-5-Platz nötig wären.
Neu sind diese Ungleichheiten im Fußball nicht. Die Hauptgründe dafür – unterschiedlich hohe Einnahmen aus dem Verkauf von TV-Rechten und Europacup-Gelder – sind ebenso bekannt wie die Konsequenzen: Die besten Spieler wechseln zu den am besten zahlenden Klubs, die den sportlichen Abstand zu den finanzschwächeren immer weiter vergrößern. Dabei scheint das Wachstum für die großen Vereine keine Grenzen zu kennen. Reichten bei der ersten Deloitte-Studie zur Saison 1996/97 noch knapp über 100 Millionen für den ersten Platz, sind es nun 676. Analog dazu verhält es sich mit den 36 beziehungsweise 199 Millionen für Platz 20.
Die Deloitte-Studien bieten aber nicht nur eindrucksvolle Zahlen zum weiterhin boomenden Fußballmarkt, sie beweisen allein schon durch ihre Existenz, was der Sport heute ist: ein riesiges Geschäft. Fußballklubs werden von einem Finanzdienstleister nach ihrer Unternehmensstärke bewertet. In der „Football Money League“ werden Tabellen erstellt, die nicht nach Punkten und geschossenen Toren sortiert werden. Doch sie ähneln am Ende stark den vermeintlich rein sportlichen Ranglisten. Die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz.