„Unteres Play-off klingt nicht wahnsinnig attraktiv.“
Ein Schloss auf Sand
Am 30. Mai um 18.14 Uhr war der Abstiegskampf in der Ersten Liga entschieden. Per Presseaussendung gab die Bundesliga bekannt, dass die Austria aus Klagenfurt die zweithöchste Spielklasse verlassen muss. Auch das Ständig Neutrale Schiedsgericht hatte ihr die Lizenz verweigert. Die Austria aus Salzburg hatte erst gar nicht um eine angesucht, schon im November hatte sie Insolvenz anmelden müssen. Der letztplatzierte Floridsdorfer AC blieb daher mit seinen 17 Punkten in der Liga. „Die Abstiegsentscheidungen dieses Jahr sind alle auf dem Grünen Tisch gefallen“, sagte Bundesliga-Präsident Hans Rinner auf einer Pressekonferenz tags darauf. „Wir mussten hier leider entsprechende Schritte setzen.“
Großer Wurf für Großklubs
Schon am 31. Mai beschließt die Klubkonferenz der Bundesliga eine Reform, die Lizenzprobleme wie in der abgelaufenen Saison beseitigen soll. Das Ligenformat wird radikal umgebaut, die Erste Liga wird ab der Saison 2018/19 auf 16 Teams aufgestockt und mit massiv aufgeweichten Lizenzbedingungen nicht mehr als reine Profiliga geführt. Auch auf die höchste Spielklasse kommen große Änderungen zu, die Bundesliga soll auf zwölf Klubs aufgestockt werden. Damit handelt es sich um die größte Reform seit 1993, als die 10er-Liga das Play-off-System abgelöst hat. Details dazu sind zwar noch nicht beschlossen, es gilt aber als sicher, dass der Meistertitel erneut in einem Play-off ausgespielt wird. Demnach soll die Tabelle nach 22 Runden geteilt werden – die sechs Klubs der oberen Hälfte kämpfen um den Titel, die sechs der unteren Hälfte gegen den Abstieg.
Für die großen Klubs, allen voran Austria, Rapid, Red Bull Salzburg und Sturm, klingt der Beschluss nach der Erfüllung ihrer Träume. Die Austria und Red Bull hatten schon lange auf eine Ligareform gedrängt, im Februar 2014 forderte Austria-Finanzvorstand Markus Kraetschmer in einem Interview mit abseits.at Maßnahmen, um das Gesamtprodukt Bundesliga besser verkaufen zu können. Eine solche Maßnahme könnte das Meister-Play-off werden, schließlich verspricht es eine Aneinanderreihung von Spitzenspielen, während die viermaligen Begegnungen gegen unattraktivere Gegner wegfallen. Das neue Format soll zu einer besseren Vermarktung der TV-Rechte sowie höheren Zuschauerzahlen führen. Zumindest für jene Klubs, die nach dem Grunddurchgang über dem Strich landen. Schon seit der Saison 2011/12 führen die großen Vier die Rangliste der Zuschauerzahlen regelmäßig mit deutlichem Abstand an. Je nach Standpunkt könnte man nun argumentieren, dass sich die Liga mit der Reform den derzeitigen Verhältnissen anpasst – oder diese einzementiert.
Anreize im Abstiegskampf
Als der Grundsatzbeschluss zur Ligareform gefasst wurde, stimmten aber nicht nur die größten Klubs des Landes zu, sondern fast alle stimmberechtigten Vereine. Während die Vorteile für Teilnehmer des Meister-Play-offs auf der Hand liegen, stellt sich die Frage, was sich potenzielle Teilnehmer des unteren Play-offs von der Reform erhoffen. Sie müssen die strengen Lizenzkriterien ebenso erfüllen wie die stärkeren Teams und dann darunter leiden, dass sich die Attraktivität einer Liga, die eine Saisonhälfte lang primär gegen den Abstieg kämpft, in engen Grenzen halten wird.
Die SV Ried hat sich in den letzten beiden Saisonen nie unter den besten Sechs platzieren können. Dennoch befürwortet Sportdirektor Stefan Reiter die Reform. Angst vor eine Zweiklassengesellschaft in der höchsten Liga hat er keine. „Wir sind selber dafür verantwortlich, wie viele Leute kommen“, sagt er. „Wir haben ein gescheites Stadion mit vier überdachten Tribünen und Parkplätze in unmittelbarer Nähe – die Leute werden kommen.“ An Anreizen, die auch das untere Play-off mit positiven Spannungselementen versieht, wird dennoch eifrig gearbeitet. Zur Diskussion steht, dass der Sieger gegen den Ligadritten um einen Qualifikationsplatz im Europacup Relegation spielt. „Auch über einen anderen Namen kann man nachdenken, unteres Play-off klingt nicht wahnsinnig attraktiv“, sagt Reiter.
Kritik von unten
Und doch sind nicht alle glücklich mit der Reform. Der SV Mattersburg, Austria Lustenau und der Kapfenberger SV stimmten dagegen. Es ist wohl kein Zufall, dass es gerade kleinere Vereine waren, die sich gegen das neue Ligaformat verwehrten. Sie werden am schmerzlichsten davon betroffen sein. Austria-Lustenau-Präsident Hubert Nagel sagte vor der Abstimmung gegenüber Sky: „Die ganzen Reformvorschläge sind keine Vorschläge, sondern nur Verschlechterungen. Wir brauchen einen Unterbau. Amateurismus nach ein paar Profivereinen wird nicht funktionieren.“
Noch stärkerer Gegenwind kam von Erwin Fuchs, Vorsitzender der Ersten Liga und seit 1997 Präsident des Kapfenberger SV. Seit mittlerweile 13 Jahren spielt sein Klub im Profifußball, zwischen 2008 und 2012 in der Bundesliga. Die letzte Saison beendete der Verein trotz vieler Abgänge im Winter im gesicherten Mittelfeld der Ersten Liga. Jetzt aber sind die Kapfenberger mitten im Umbruch. Nach drei Jahren als Cheftrainer wechselte Kurt Russ zu Saisonende als Co-Trainer zum SV Mattersburg. Für noch größere Stirnfalten bei Fuchs sorgt allerdings die Ligareform. „Ich kann mir noch immer nicht erklären, wieso auch nur ein Verein aus unserer Liga dafür gestimmt hat“, sagt er. „Für die Erste Liga ist dieser Schritt vollkommen falsch, wir werden gewissermaßen zur vierten Regionalliga.“ Denn in Zukunft werden auch solche Mannschaften in der Ersten Liga spielen, die bis jetzt an den Lizenzbedingungen gescheitert wären. Im Sommer 2018 werden auf einen Schlag acht bis neun Regionalligisten aufsteigen. „Zuerst werden die Lizenzierungsauflagen in der Ersten Liga immer strenger, und wir müssen wie die Wilden bauen“, sagt Fuchs. „Und jetzt ist das plötzlich nicht mehr so wichtig.“
Kapfenberg baut
Tatsächlich hat die Bundesliga in den letzten Jahren die Lizenzbedingungen sehr stark verschärft, im Bereich Infrastruktur wurden viele Soll-Kriterien zu Muss-Kriterien. 2015 erhielten nur drei Vereine der Bundesliga die Lizenz ohne Auflage, gleich vier mussten noch infrastrukturell tätig werden. In Altach, Wolfsberg und Ried mangelte es dem Flutlicht an der erforderten Helligkeit, in Wiener Neustadt fehlte eine Tribünenüberdachung. Auch in der Ersten Liga mussten damals drei Vereine ihr Flutlicht verbessern. Als die Bundesliga zu Jahresbeginn 2015 ihre „Vision 2020“ formulierte, standen die Anforderungen an die Stadien noch im Mittelpunkt der Lizenzvergabe. Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer meinte damals, mit einer Änderung des Ligaformats seien die Probleme des österreichischen Fußballs nicht zu lösen. So forderte die Bundesliga mehr überdachte Tribünen, hellere Flutlichter und professionellere Medienräume.
Dass Kapfenberg in diesem Bereich investiert hat und die Kriterien erfüllt, erahnt man schon beim Spaziergang rund um das Stadion. Die markanten Flutlichtmasten sind ohnehin von Weitem zu erkennen. Trotzdem wird auch jetzt noch am Stadion gebaut. Direkt hinter der Längstribüne entsteht ein Wohnheim für Akademiespieler. Der Platz im Franz-Fekete-Stadion darf nicht betreten werden, dort dreht ein großmotoriger Rasenmäher seine Kreise. 2009 wurde das Stadion zuletzt umgebaut, damals entstand eine zweite Sitzplatztribüne. 12.000 Zuschauer fasst es jetzt. Hinter dem Stadion gibt es mittlerweile zwei Trainingsplätze, einer davon mit Kunstrasen, der im Winter auch beheizt werden kann.
Eine Liga für Dragovic und Alaba
Ausgebaute Stadien, Vollprofibetrieb und Flutlichtstärken, die ein scharfes Fernsehbild ermöglichen – all das, wird in Zukunft in der Ersten Liga eine Seltenheit sein. „Man wird sich schon noch wundern, wenn man sieht, wer dann alles in unserer Liga spielt“, sagt Fuchs im Gespräch mit dem ballesterer. Vielleicht denkt er dabei an überambitionierte Dorfklubs wie den SV Grödig, Bad Aussee und Vöcklabruck, die schnell hochkommen, um dann mangels Zuschauerinteresse ebenso schnell in der Versenkung zu verschwinden. Vielleicht denkt er aber auch daran, dass durch die Ligareform eine weitere Forderung der großen Klubs umgesetzt wird, nämlich die Wiederzulassung ihrer Zweitmannschaften in die Erste Liga. Die Amateurteams mögen professionelle Strukturen im Hintergrund haben, Zuschauer locken sie jedoch noch weniger an als andere Unterhausvereine. In der abgelaufenen Spielzeit lag ihr Schnitt in den Regionalligen im niedrigen dreistelligen Bereich, so auch beim letzten Saisonspiel der Austria Amateure. 250 Leute sind gekommen, um die Partie gegen den SV Schwechat zu sehen. Immerhin ist die einzige Tribüne am Nebenplatz des Horr-Stadions damit gut gefüllt. Für die Austria geht es bei dem Spiel um nichts, die Schwechater jedoch sind in höchster Abstiegsnot. Der strömende Regen kurz vor Beginn des Spiels weicht noch während der ersten Halbzeit strahlendem Sonnenschein. Das Match ist bald eine klare Angelegenheit für das Heimteam. Alexander Frank stellt mit seinem zweiten Tor in der 32. Minute auf 2:0. Nach der Pause wird er noch zweimal treffen, das Endergebnis lautet 4:1 für die Austria Amateure.
Zwischen 2005 bis 2010 spielte das Team in der Ersten Liga, seit ihrem Zwangsabstieg durch eine kleine Ligareform fordert die Austria die neuerliche Öffnung der zweithöchsten Klasse für Amateurteams. „Frank ist ein klassisches Argument dafür, warum unsere zweite Mannschaft wieder eine Liga höher spielen muss“, sagt Markus Kraetschmer schon vor dem Match. Nachdem Frank in der Regionalligasaison 2014/15 17 Tore schießt und drei auflegt, verleiht ihn die Austria an den Kooperationspartner Floridsdorfer AC. In den ersten zwölf Partien spielt er dort auch, ein Tor will ihm jedoch nicht gelingen. Danach wird er nicht mehr eingesetzt. „Der FAC war dann im Abstiegskampf, da legst du keine Prioritäten mehr auf die Entwicklung von jungen Spielern“, sagt Kraetschmer. „Aber in einer Amateurmannschaft wäre die Situation eine andere – dort muss man ja auf die Jungen bauen.“ In der Winterpause kehrt Frank zur zweiten Mannschaft der Austria zurück. In den letzten 14 Saisonmatches macht er ebensoviele Tore. Schon bald soll dies auch in der Ersten Liga möglich sein – zumindest für bis zu drei Amateurteams. „Wenn man sich ansieht, welche Spieler aus diesen Mannschaften hervorgegangen sind, kann ich diesen Schritt nur sehr begrüßen“, sagt Kraetschmer. Tatsächlich sind Aleksandar Dragovic, Rubin Oktotie und David Alaba alle für die Austria Amateure in der Ersten Liga aufgelaufen.
KSV für alle
Beim Trainingsbesuch beim Kapfenberger SV an einem schwülen Juni-Tag könnte man auf den ersten Blick auch meinen, dass sich hier ein Amateurteam über den Naturrasenplatz neben dem Stadion müht. Die Spieler sind zum Großteil jung bis sehr jung, am Werk ist aber die Kampfmannschaft. Der neue Trainer, Abdulah Ibrakovic, schreit, gestikuliert und gibt Anweisungen. „Wenn man mit so vielen jungen Spielern arbeitet, ist das immer viel Arbeit“, wird er nach dem Training sagen. Tatsächlich setzt der Klub massiv auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Am Ende der letzten Saison stammten 20 Spieler im 30-köpfigen Kader aus einer Nachwuchsmannschaft des Vereins. Auch die zahlreichen Abgänge im Winter machte der Verein vor allem auf diesem Weg wett. „Wir haben einfach nicht die Mittel, um nur auf Spieler von außerhalb zu setzen“, sagt Präsident Fuchs. „Wir sind auf die Akademie angewiesen.“
„Es bestand die reale Gefahr, dass wir die Fernsehrechte für die Erste Liga gar nicht mehr vermarkten hätten können.“
Im Fall von Kapfenberg gilt das nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich. Denn der Hauptsponsor, die Stadtgemeinde Kapfenberg, macht die Unterstützung von der Jugendarbeit des Klubs abhängig. „Für uns geht es in erster Linie darum, dass das, was der Verein macht, für viele Jugendliche einen Unterschied macht“, sagt Helmut Pekler. Er ist Fraktionsvorsitzender der SPÖ im Kapfenberger Gemeinderat und seit 2015 auch Obmann des städtischen Fachausschusses für Gesundheit, Sport und Freizeit, in dessen Zuständigkeit der Fußballverein fällt. Tatsächlich bietet der KSV vielen jungen Leuten, die Möglichkeit Fußball zu spielen. In Kooperation mit Rapid Kapfenberg stellt er gleich vier Mannschaften, die von der Ersten Liga bis zur Gebietsliga Mürz an einem verbandsmäßigen Ligabetrieb teilnehmen. Aus dem Kapfenberger Stadtbild ist der Verein nicht wegzudenken. Es sind die roten Trainingsanzüge des KSV, die bei einem Spaziergang durch die Innenstadt mehr als alles andere auffallen. Ob kickende Kinder am zentralen Lindenplatz oder Jugendtrainer im Einkaufszentrum ECE, die Bedeutung des Vereins für die Stadt ist unübersehbar. Es ist ein gänzlich anderes Modell des Zweiligavereins als das der ehrgeizigen Dorfklubs. „Eine Investition in den KSV ist für uns auch eine Investition in den Breitensport“, sagt Pekler. „Und da leistet der Verein sehr, sehr viel.“
Die Abwärtsspirale
Nicht den Breitensport, sondern den Spitzensport hatte die öffentliche Hand im Sinn, als das Finanzministerium 2015 einen Wartungserlass umsetzte. Er zielte auf alle Profiklubs – sie verlieren einige steuerliche Begünstigungen und müssen ihre Profiabteilungen in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern – und fungierte so als Beschleuniger der Ligareform. Schließlich kostet die Ausgliederung die Vereine laut Schätzungen der Bundesliga bis zu 200.000 Euro. Eine Summe, die in der Ersten Liga schwer zu stemmen wäre. Mit dem Zurückschrauben auf einen Halbprofi- oder Amateurstatus können sich Klubs diese Kosten sparen.
Doch nicht nur höhere Ausgaben kommen auf den Profibetrieb der Ersten Liga zu, sondern auch geringere Einnahmen aus der TV-Rechte-Vermarktung. Die Kronen Zeitung rechnete im Mai damit, dass die Klubs zukünftig mit 100.000 Euro statt mit den bisher durchschnittlichen 450.000 auskommen müssen. Kapfenberg-Präsident Fuchs befürchtet, dass dadurch eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird, schließlich sinke mit der geringeren TV-Präsenz auch der Werbewert für die Sponsoren erheblich. „Wenn ein Unternehmer dann nicht mehr zahlen will, kann ich ihm das auch nicht verdenken“, sagt er. „Was bringt es dem, wenn das Firmenlogo am Trikot ist, das dann aber niemand im Fernsehen sieht.“ Im Stadion sehen es ohnehin nur wenige Leute. 1.800 Zuschauer zog in der abgelaufenen Saison ein durchschnittliches Match der Ersten Liga an, dass es mit der Reform mehr werden, ist nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist eher, dass die Liga weiter an Attraktivität verlieren wird.
Solidarität gefordert
Austria-Finanzvorstand Kraetschmer kann die Kritik nicht nachvollziehen, hätte doch alles noch schlimmer kommen können. „Es bestand die reale Gefahr, dass wir die Fernsehrechte für die Erste Liga gar nicht mehr vermarkten hätten können“, sagt er. Dass sich das neue Format bei den Verhandlungen um die in zwei Jahren auslaufenden TV-Verträge wesentlich besser verkaufen lässt, ist aber auch noch alles andere als sicher. Zweifelsfrei wird das mit Topspielen gefüllte Meister-Play-off eine hohe Nachfrage erzielen, überwältigendes Interesse der TV-Zuschauer am unteren Play-off ist hingegen ebenso wie bei der Ersten Liga stark zu bezweifeln. Eine Umverteilung der Fernsehgelder zugunsten derjenigen, die auch tatsächlich im Fernsehen zu sehen sind, also den Bundesligisten, wäre naheliegend. Dem widerspricht Christian Ebenbauer im ballesterer-Interview, auch in Zukunft sollen 22 Prozent der Zentraleinnahmen der Bundesliga an die Erste Liga fließen. Angst vor einer Umverteilung nach oben hat auch Reformkritiker Fuchs nicht. „Die Gespräche mit den Topklubs sind bisher sehr gut verlaufen. Ich glaube nicht, dass wir auf eine Entsolidarisierung zusteuern“, sagt der Kapfenberg-Präsident. Aber auch: „Noch gibt es keinerlei konkrete Zusagen über Unterstützung.“
Geplant ist zumindest, dass die Verteilung der TV-Gelder in der Ersten Liga auf drei Ebenen funktionieren soll. Aus der Gesamtsumme der vorgesehenen Einnahmen soll jeder Verein ein Drittel fix erhalten. Ein zweites Drittel wird ähnlich dem Österreicher-Topf anhand des Einsatzes junger österreichischer Spieler verteilt. Das letzte Drittel soll unter den Klubs aufgeteilt werden, die die Kriterien für eine Bundesliga-Lizenz auch in der Ersten Liga erfüllen. So sollen über die Kluft zwischen Bundesliga und Erster Liga, die nach der Reform noch größer werden wird, zumindest für sportlich ambitionierte Teams Brücken gebaut werden.
Höhenangst
„Wir haben etwas tun müssen“, sagt Austria-Finanzvorstand Markus Kraetschmer. Am Ende einer Saison, die durch Insolvenzen, Lizenzentzüge und freiwillige Rückzüge geprägt war, haben sich die Klubs auf eine Reform verständigt. Die höchste Spielklasse – und insbesondere ihre erfolgreichen Vereine – werden aufgewertet, indem der Profibetrieb verkleinert wird. Ein Gesundschrumpfen soll es werden, das die Grundlage dafür bilden könnte, das Format vielleicht in Kürze schon wieder zu ändern. Die Liga hofft auf eine baldige Aufstockung der Bundesliga auf 14 Vereine.
Dieser Plan geht davon aus, dass sich in der vergrößerten und sportlich verwässerten Ersten Liga künftig Klubs auf den Profifußball vorbereiten können. Doch denkbar ist auch, dass der Sprung aus der Ersten Liga in die Bundesliga in Zukunft ein deutlich riskanteres Unternehmen wird. Und das gilt auch in die umgekehrte Richtung: Die höchste Spielklasse wird sich von ihrem Unterbau entfernen, die Fallhöhe größer werden. „Die Reform bringt den Vereinen in der Bundesliga viele Vorteile“, sagt Kapfenberg-Präsident Fuchs. „Aber wenn sie absteigen, wird es sie hart treffen.“
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