Vier Spieltage des Grunddurchgangs stehen im Frühling noch an. In den vergangenen 18 Runden der reformierten Bundesliga haben sich bereits einige Spieler ins Rampenlicht geschossen, gepasst oder gegrätscht – ballesterer.at kürt nun die Elf der Herbstrunde. Um angesichts der sportlichen Unerreichbarkeit keine reine Red Bull-Elf aufzustellen, lassen wir dabei die Spieler des Serienmeisters außen vor. Salzburg spielt schließlich in einer eigenen Liga.
Er ist der Grund, warum in Hütteldorf bislang noch niemand das Wort Abstiegskampf in den Mund nehmen musste. Herausragende Reflexe und Flugeinlagen. Wenn ein Stürmer alleine auf ihn zuläuft, geht Strebinger als Favorit ins Duell. Mittlerweile auch unumstrittene Führungsperson im Team und Ersatz-Kapitän. Richard Strebinger Weberknecht!
RV: Reinhold Ranftl
26 Jahre / LASK
Hat das System von LASK-Trainer Oliver Glasner, mit dem er im Sommer 2015 nach Linz kam, wie kein Zweiter verinnerlicht. Ist als offensiver Rechtsverteidiger im 5-2-3 nicht zu ersetzen und ranftlt Woche für Woche 90 Minuten lang rauf und runter. Ein moderner Standfest! Und mit einem wunderschönen „Tor des Monats“.
IV: Michael Sollbauer
28 Jahre / WAC
Seit 2010 ist Sollbauer beim WAC und als Kapitän die Identifikationsfigur bei den Kärntnern. Zweikampfstark in der Luft wie am Boden. Sogar ein eigenes Tribute-Video hat Sollbauer auf Youtube bekommen. Wir sagen: Vollkommen zurecht und fordern einen eigenen Sollbauer-Youtube-Kanal!
IV: Gernot Trauner
26 Jahre / LASK
Der ehemalige Rieder ist nicht nur als Organisator der Abwehr von großer Bedeutung, sondern auch als erster Taktgeber beim Spielaufbau. Mit Vordermann James Holland bildet der Kapitän eine zentrale Achse. Wurde im Oktober sogar mit einer Einberufung ins Nationalteam belohnt.
LV: Maximilian Ullmann
22 Jahre / LASK
Der dritte LASK-Spieler im Defensivverbund. Wenn seine Entwicklung so weiter geht, wird er schwer zu halten sein. Lässt hinten kaum etwas zu und ist offensiv noch auffälliger als Ranftl auf der rechten Seite. Zweifacher Saison-Torschütze, darunter wie bei Ranftl auch ein Tor des Monats (November).
RM: Florian Flecker
23 Jahre / Hartberg
Eine der Überraschungen der bisherigen Herbstrunde. Großes Talent wurde ihm schon beim WAC bescheinigt, in Hartberg konnte er es jetzt eine Hinrunde lang beweisen. Schon fünf Tore, zwei Vorlagen. Zeigte unter anderem beim 3:3 gegen den LASK groß auf.
ZM: Michael Liendl
33 Jahre / WAC
Zieht die Fäden im Mittelfeld, leitet fast alle Offensivaktionen ein und ist selbst äußerst torgefährlich. Mit sieben Toren und neun Vorlagen ist Liendl an mehr als der Hälfte der geschossenen Tore des WAC direkt beteiligt. Hinzu kommen seine exzellenten Freistöße.
LM: Rajko Rep
28 Jahre / Hartberg
Sinnbildlich für das Überraschungsteam. Beim LASK war er noch Ergänzungsspieler, weil zu inkonstant. In Hartberg ist der Slowene jetzt der „Star“ der Mannschaft. Sechs Tore (zwei davon gegen beim Heimsieg gegen Sturm), sechs Vorlagen. Hartberg hat Rep vorsorglich als „unverkäuflich“ bezeichnet.
ST: Marc-André Schmerböck
24 Jahre / WAC
Ein entfesselter Marc-Andre Schmerböck ist dafür mitverantwortlich, dass der WAC auf Tabellenplatz Vier überwintert. Hält bei sechs Toren, und drei Assists, ergänzt sich mit dem wuchtigen Dever Orgill hervorragend. Auch gegen seinen Ex-Klub Sturm traf er sehenswert. Ein Kreuzbandriss hat die Saison für ihn leider beendet. Das Künstler-Kürzel „MAS“ sollte sich dennoch bald durchsetzen. Gute Besserung, MAS!
ST: René Gartler
33 Jahre / St. Pölten
Hat auf seine alten Tage das mannschaftsdienliche Spiel entdeckt. Er kann die Bälle vorne halten, für Mitspieler ablegen oder selbst zum Abschluss kommen. Der sechsfache Saisontorschütze wird mitunter auch am rechten Flügel eingesetzt.
ST: João Victor
24 Jahre / LASK
Zeigt, warum der LASK ein halbes Jahr auf ihn gewartet hat, nachdem der Ex-Kapfenberger im Sommer 2017 eine Dopingsperre ausgefasst hat. Joao Victor glänzt als dribbelstarker Stürmer, der zumeist über links kommt und dann gerne nach innen zieht. Sieben Tore, zwei Assists – zuletzt ein Doppelpack gegen Mattersburg.
Trainer: Oliver Glasner
44 Jahre / LASK
Oliver Glasner hat es seit seinem Amtsantritt im Sommer 2015 als Trainer und Sportdirektor geschafft, dem LASK eine klar erkennbare Spielidee zu verpassen: überfallsartiges Pressing, sofortige Ballrückeroberung und schnelles Umschalten nach vorne. Seine Mannschaft kann als einzige halbwegs mit Red Bull Salzburg mithalten, was das spektakuläre 3:3-Heimremis belegt. Der 44-Jährige wird mittlerweile auch von den Fans akzeptiert und geschätzt – trotz 566 Spiele als Verteidiger für die SV Ried.
In den letzten zwölf Jahren erlebte die Wiener Austria einen Meistertitel, Champions-League-Spiele und eine Stadioneröffnung. Sie häufte einen Schuldenberg an, verkaufte Anteile und das neue Stadion — und wurde beinahe noch einmal Meister. Die Wendungen im Favoritner Gefühlsdrama sind unvorhersehbar, ein Ende ist nicht in Sicht. lesen